1- Förderung der emotionalen Kompetenzen: Therapie mit künstlerischen Mitteln
Viele der auftretenen emotionalen und sozialen Auffälligkeiten bei Kindern enstehen, weil sie aufgrund schwieriger Erfahrungen die daraus entstandenen psychischen Konflikte nicht lösen können.
Diese Kinder können jedoch ihre schwierigen Lage nicht verbal und direkt vermitteln, weshalb Eltern auf ihre fehlenden Verhaltensweisen mit Kritik und Unverständnis reagieren, was die Kinder noch mehr belastet.
Therapie mit künstlerischen Mitteln, wie Malen, Modellieren, Collagieren, Zeichnen, Märchen-, und Geschichten-Schreiben stellt eine Erfahrung dar, in der negative Energien und Verhaltensweisen in positive umgewandelt werden, die durch das Kunstobjekt verkörpert werden. So kann ein hyperaktives oder aggressives Kind seine Energie in Farben, Formen und Figuren umsetzen, woraus ein "schönes Bild" entsteht, das seine Selbstwahrnehmung erheblich verändert.
Das Medium Kunst erlaubt Kindern (und Erwachsenen) auch unbewusst und indirekt ihre "inneren" und "äußeren" Erfahrungen und die damit verbundenen Gefühle/Konflikte auszudrücken. Damit wird auch ermöglicht, diese Gefühle und Konflikte zu verarbeiten und zu lösen.
Nach dem künstlerischen Gestaltungsprozess wird mit dem Kind/ERwachsenen ein reflektierendes Gespräch durchgeführt, was nicht nur ihre Stärken und Ressourcen hervorhebt, sondern auch ihre Gefühle, Ängste, Konflikte, Phantasien usw. bewusst verarbeitet.
Außer dieser befreienden künstlerischen Beschäftigung wird in der Therapie eine Beziehung hergestellt, die die negativen Auswirkungen früherer Beziehungen korrigiert. Daher stellt die Therapie mit künstlerischen Mitteln für das Kind/Erwachsenen eine korrigierende Erfahrung dar, die sein Selbstwertgefühl, seine Selbständigkeit und seine psychosozialen Kompetnzen optimiert.
2- Förderung der Lernstrategien und intellektuellen Fähigkeiten (Instrumental Enrichment nach Prof. Feuerstein aus Israel)
Lernen ist ein Prozess, der aus der (1) Aufnahme, (2) Verarbeitung und (3) Mitteilungen von Informationen und Wissen besteht.
Wenn Kinder in der Schule lernen, brauchen sie ihre Sinne (vor allem Sehen und Hören) auf die Informationsquelle zu fokussieren, damit die wichtigsten vermittelten Informationen ans Gehirn weitergeleitet werden. Damit wir diese Informationen verstehen, müssen sie von uns kognitiv verarbeitet und im Gedächtnis gespeichert werden (Input). Wenn wir eine Aufgabe lösen wollen, müssen wir nun die verarbeiteten, verstandenen und gespeicherten Informationen wieder nach außen bringen (Output), d.h. mitteilen. Diese Mitteilung kann verbal aber soll, vor allem in der Schule, schriftlich erfolgen.
Kinder, die unter Lernschwäche leiden, verfügen meistens nicht über ausreichende Lernstrategien, die nötig sind, um Informationen optimal aufzunehmen, zu verarbeiten und mitzuteilen.
Prof. Feuerstein, nach dessen Methode "Die Vermittelnde Lernerfahrung" und lerntherapeutischen Verfahren "Instrumental Enrichment" ich arbeite, hat erwiesen, dass die Lernfähigkeiten der Kinder veränderbar sind.
Die vermittelnde Lernerfahrung stellt die Bedeutung eines kompetenten Vermittelers heraus, der zwischen Informationen und Kind, Kind und Verarbeitung und Kind und Mitteilung so vermitteln kann, dass beim Kind ein optimaler Lernvorgang ensteht. Nach dieser Ausfassung benötigen "lernschwache" Kinder eine neue Vermittlung zwischen Ihnen und Umwelt, damit sie über die nötigen Lernstrategien verfügen.
Instrumental Enrichment besteht aus nicht sprachlichen und mathematischen Arbeitsblättern, damit lernschwache Kinder Erfolgserlebnisse erfahren können, was ihre Lernmotivation deutlicht erhöht.
Diese Aufgaben zielen auch darauf hin, dass Kinder lernen, ihre Sinne auf die Informationsquelle zu fokussieren, die Informationen richtig zu analysieren (Aufnahme), dass sie die Informationen kategorisieren, vergleichen, syntetisieren, ("Denken braucht Zeit; Verarbeitung) und dass sie ihre Mitteilung planen, vorausblicken und regulieren.
Mit solchen Strategien kann das Kind jede neue Information optimal verarbeiten, wehalb die schulische Leistung des Kindes durch "Instrumantal Enrichment" deutlich verbessert wird.
